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sei schlau, hör auf eine Frau
Warum sagen Menschen gemeine Sachen?

Da gibt es einen bunten Strauß an Gründen.

In erstaunlich vielen Fällen
weil es früher jemand zu ihnen gesagt hat.

Auf den ersten Blick wirkt das wie Missgunst.
Ich habe darunter gelitten,
jetzt sollst auch du darunter leiden.

Wer einen tieferen Blick wagt,
kann aber auch eine verkorkste Form der Nächstenliebe entdecken.


Anderen zu helfen ist ein menschliches Grundbedürfnis.

Anderen bedingungslos zu helfen macht glücklich.

Anderen aus vermeintlicher Überlegenheit heraus zu helfen,
lässt manche sich noch erhabener fühlen.


Doch helfen wollen und hilfreich sein
sind oftmals zwei verschiedene Dinge.

Wer gelernt hat, Gemeinheiten zu überleben,
verwechselt häufig Anpassung mit Lösung.

Was unseren Schmerz gelindert hat,
geben wir weiter. Nicht, um zu verletzen,
sondern um andere vor andauernden Verletzungen zu bewahren.

Dabei fallen wir auf einen Denkfehler herein.

Nicht die Gemeinheit wird infrage gestellt,
sondern nur der Umgang mit ihr.

Die Gemeinheit wird zur unverrückbaren Gegebenheit erklärt,
anstatt als das erkannt zu werden, was sie ist:
die Wurzel des Problems.


Wie ist das über Generationen gewachsen?

Früher war mehr Druck.
Von Eltern. Von Kollegaen. Von der Gesellschaft.

Wer sein eigenes Ding machen wollte,
brauchte entweder wirtschaftlichen Erfolg
oder ein sehr dickes Fell.

Eigenes Ding plus Erfolg
bedeutete Anerkennung.

Eigenes Ding ohne Erfolg
bedeutete Ausgrenzung.

Viele entschieden sich deshalb für einen dritten Weg:
Anpassung.


Wer gelernt hat, sich zu beugen,
eigene Bedürfnisse leiser zu drehen,
Regeln nicht zu hinterfragen,
durfte in einem geschützten Hohlraum existieren:

Kein Ruhm.
Aber auch keine offene Feindseligkeit.


Und dann gab es jene,
die ihr eigenes Ding machten
und damit Erfolg hatten.

Von außen sah man nur das Ergebnis.
Nicht die Zufälle.
Nicht die Unterstützung.
Nicht das Timing.


Ja: Erfolg braucht Einsatz.
Aber Einsatz allein garantiert ihn nicht.

Trotzdem erzählen wir uns gern eine klare Geschichte:
Fleiß. Disziplin. Intelligenz. Durchhaltevermögen.

Das klingt sauber.
Kontrollierbar.
Verdient.

Was dabei oft übersehen wird:
Ein großer Teil von Erfolg hängt von Umständen ab,
die niemand vollständig kontrollieren kann.

Begegnungen. Herkunft. Zeitgeist. Chancen.
Kurz: Glück.


Wenn Erfolg jedoch als reine Tugendleistung verstanden wird,
entstehen zwei Strömungen
mit derselben Botschaft:

Die einen predigen Tugenden,
weil Anpassung sie vor Strafe bewahrt hat.

Die anderen predigen Tugenden,
weil sie ihren Erfolg ausschließlich darauf zurückführen.

Beide glauben, sie geben eine hilfreiche Anleitung weiter.

Und manchmal klingen diese Ratschläge mehr nach Schlägen, denn als Rat.



Jetzt hast du eine Antwort auf das Warum.
Das bringt dich aber nur bedingt weiter, denn
du kannst andere Menschen nicht ändern.

Du kannst nur entscheiden,
was du mit ihren Worten machst.

Ein hilfreiches Werkzeug trägt die Abkürzung:
QTIP
Quit Taking It Personal

Was Menschen sagen,
wie sie es sagen,
wann sie es sagen,
verrät viel über ihre Geschichte,
ihre Ängste,
ihre Rechtfertigungen,
aber wenig bis nichts über die Angesprochenen.

Gemeinheiten sind oft weitergereichte Überlebensstrategien.
Du darfst entscheiden,
ob du sie annimmst
oder ob du sie an deinem Schutzmantel abperlen läßt.


Herzlich,
deine Tante Käthe
💛

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sei schlau, hör auf eine Frau
Wie kannst du auf Gemeinheiten antworten?

Zuerst: Du musst nicht sofort reagieren.

Stille ist keine Schwäche.
Sie ist ein Raum, in dem du wählen darfst.

Dann gibt es mehrere Wege.


:: Spiegeln
„Wie meinst du das?“
Oft verliert eine Gemeinheit an Kraft,
wenn sie erklärt werden soll.


::Grenzen setzen
„So möchte ich nicht angesprochen werden.“
Kurz. Klar. Ohne Drama.


:: Einordnen
„Das sehe ich anders.“
Du musst niemanden überzeugen.


:: Humor
Viele Gemeinheiten zerfallen,
wenn man ihnen den Ernst raubt,
sie auslacht oder in Lächerliche zieht.


:: Gehen
Nicht jedes Gespräch verdient deine Energie.


:: Abperlen lassen
Oft ist die stärkste Antwort
eine unsichtbare Zurückweisung
kombiniert mit einem ausgesprochenden Dank.

Ein — ungefragter — Rat wurde gesendet.
Der Empfang wurde dankend bestätigt.
Du kannst das Thema in eine neue Richtung lenken.



Zusammengefasst

Du darfst reagieren.
Du musst nicht reagieren.
Du wirst lernen, üben, stolpern.

Gemeinheiten sind Tests.
Nicht für deinen Wert,
sondern für deine Selbstführung.

Und die wächst
jedes Mal,
wenn du bewusst entscheidest.


Herzlich,
Deine Tante Käthe
💛

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sei schlau, hör auf eine Frau
Viele Ideen, keine Ergebnisse


Liebe Tante Käthe, ich habe Kummer.

In meinem Kopf überschlagen sich die Ideen. Viele Ideen sind Eintagsfliegen. Unsinn. Gar nicht wirklich umsetzbar. Aber weil mir halt jeden Tag aufs Neue richtig viele Ideen durch den Kopf gehen, sind immer wieder welche darunter, die konkrete Probleme lösen könnten.

Aber immer, wenn ich meine Ideen mit anderen teile, werde ich ausgelacht und verspottet. Selbst Menschen, von denen ich dachte, es wären liebe Freundae, reagieren unangenehm.

Hinzu kommt, dass es mir einfach nicht gelingt, auch nur eine einzige meiner Ideen in die Tat umzusetzen. Egal was ich versuche, es kommt immer irgendeine blöde Kleinigkeit dazwischen. Viele halten mich für 1 Versaga. Manche packen es wenigstens noch in höfliche Begriffe wie Träuma oder Traumtänza.

Wenn ich – was immer seltener wird – den Mut finde, in der Gruppe eine Idee zu teilen, die ein gerade besprochenes Problem lösen könnte, werde ich direkt ausgelacht und ignoriert.

Danke, dass ich diesen Kummer mit dir teilen kann.

Herzlich,
Robin

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Robin (Name v.d.Red. geändert) hat der Veröffentlichung einige Tage nach Abschluss der Unterhaltung zugestimmt. Wir haben das über mehrere Emails verteilte Gespräch zu einem Beitrag zusammengeführt, dabei leicht gekürzt, anonymisiert und entgendert.

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Hallo Robin.

Danke für dein Vertrauen.

Lass mich erstmal sagen:
Du bist mit diesen Gefühlen nicht allein.

Es klingt in Teilen, als wäre da eine Angst in dir. Die Angst, ausgelacht zu werden. Entstanden vielleicht durch die negativen Erfahrungen, die du gemacht hast.

Diese Angst kennen viele Menschen. Der Fachbegriff lautet Gelotophobie, aus dem griechischen „gelos“ (Lachen) und „phobos“ (Angst).

Ein schweres Wort, das eine schwere Last beschreibt.

Oft hat diese Angst ihren Ursprung in frühkindlichen Erfahrungen. Du hattest vielleicht schon als kleines Kind so viele Bilder und Ideen im Kopf, dass andere Kinder damit überfordert waren und dich ausgelacht haben.

Besonders perfide an dieser Angst sind die Selbstzweifel.

Die machen stumm.

Ähnlich, wie du es beschreibst.



Die gute Nachricht ist, du kannst diese Angst überwinden.

Mein Rat kann jetzt gleichzeitig ganz leicht und nahezu unerreichbar klingen, je nachdem aus welchem Blickwinkel du darauf blickst und ob du gerade im Fight, Flight oder Freeze Modus bist. Nachdem du dir aktiv Rat gesucht hast, scheint es, als wärst du gerade im Fight Modus. Das ist ideal, um etwas zu verändern und zum Besseren zu wandeln.

Du brauchst ein positives Umfeld.

So einfach ist das.
Fünf Worte, und dein Kummer kann sich in Erfolge verwandeln.

Das heißt ausdrücklich nicht, dass du alle bisherigen Kontakte abbrechen sollst. Du kannst dir das neue, positive Umfeld zusätzlich aufbauen. Deine Gedanken teilst du nur dort, wo du dich wohl und sicher fühlst. Aber all die Freude und den Komfort deiner bisherigen Kontakte sollst du weiter genießen.

Du könntest ein positives Umfeld aufbauen:

– über neurodivergente Freundeskreise
– über neurodivergente Selbsthilfegruppen
– über ein Abo einer KI und die Nutzung bildreicher, herzlicher Prompts
– über den Awareness-Hive Tami – glücklich leben mit AuDHS
– über den Creators-Hive dieTraumfabrik – Träume verwirklichen mit AuDHS


Jede positive Erfahrung, für eine Idee gelobt oder bewundert zu werden, hat die Kraft eine alte Wunde zu heilen.

An dieser Stelle nun ein kleiner Warnhinweis: Ideen hat man nie für sich allein. Ideen schwirren als Energie durch Raum und Zeit und werden in vielen Köpfen zu Bildern, Visionen, Strategien oder Produkten. Wundere dich also nicht, wenn jemand fast genau die gleiche Idee hat, wie du, sondern freue dich über einen potenziellen Partner.

Starke Partnerschaften sind unbezahlbar.

Fast alle denken nämlich, sie könnten ihre Idee “mal eben schnell” umsetzen. Doch eine Idee zu haben, ist nur der Anfang. Wenn wir der Idee 4% am Erfolg zuschreiben, hat die Umsetzung einen Anteil von 96%.

Was du so schön als “blöde Kleinigkeiten” beschreibst, die immer wieder dazwischen kommen, erleben fast alle Gründa und Künstla bei der Umsetzung ihrer Projekte. Die blöden Kleinigkeiten gehören dazu. Die blöden Kleinigkeiten sind in Summe 96% des Weges.

Schon alleine, dass du darauf vorbereitet bist, dass sie dich nicht mehr überraschen können, ermöglicht dir einen konstruktiven Umgang.

Stell es dir vor wie einen Spaziergang:

Wenn du innerlich darauf eingestellt bist, fünf Minuten über einen saftig grünen Rasen zu spazieren, läufst du vielleicht barfuß los. Ein stundenlanger Marsch über spitzigen Schotter wäre dann eine Tortur.

Wenn du zur Sicherheit ein paar gute Schuhe in deinen Rücksack passt, kannst du auch bei einem stundenlangen Marsch über spitzigen Schotter die Umgebung und die Begegnungen mit anderen Wandernden genießen.